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Kurse, Touren & Reisen

Zeitraum von - bis
-
Art
Aktivität / Sportart

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Situationsbedingte Tourenplanung

Der Plan

Geplant war eine Tour von Präbichl Passhöhe über die Leobner Hütte und den Hirscheggsattel zur Frauenmauerhöhle. Diese hätten wir durchquert um danach zur Gsollkehre hinunter zu gehen.

Anreise

Wir treffen uns um 6:00 Uhr in der Früh am Wiener Hauptbahnhof und fahren mit dem Zug nach Leoben. Dort steigen wir anschließend in den Bus zur Passhöhe Präbichl. Es überrascht uns nicht, dass es leicht regnet. Die Wettervorhersage hat das schon angekündigt.

Die Zeit im Zug haben wir genützt um die geplante Route durchzusprechen. Im Zuge dessen habe ich auch darauf hingewiesen, dass wir den leichteren Weg am Talgrund nehmen, wenn die Bedingungen vor Ort rutschig sein sollten. Schon beim Aussteigen aus dem Bus ist damit wegen des leichten Regens klar, dass wir den Talgrund wählen werden.

Schnee

Während des Aufstiegs wird immer deutlicher, was wir von unten schon gesehen haben: Die Schneedecke ist ab der Leobner Hütte weitgehend geschlossen. Noch dazu wird der Wind immer stärker, je höher wir kommen.

Bei der Leobner Hütte angekommen, setzen wir uns hinein, um nach dem langen Aufstieg etwas zu essen und zu trinken; außerdem müssen wir und unser Gewand ein wenig trocknen.

Ich nutze die Pause um die Zeiten erneut durchzurechnen. Wir sind durch die winterlichen Bedingungen langsamer als geplant. Daher rechne ich alles von hinten erneut durch:

Unser geplanter Bus fährt um 17:22 Uhr in der Gsollkehre ab.

Die Strecke hinunter vom Ausgang der Höhle zur Gsollkurve dauert 1,5h. Um 16:00 Uhr müssen wir damit spätestens aus der Höhle rausgehen.

Eine Stunde durch die Frauenmauerhöhle durch - bedeutet, dass wir um 15:00 Uhr am Osteingang sein müssen.

Für den Aufstieg vom Neuwaldeggsattel rechne ich eine Stunde zum Höhleneingang, weil wir im Schnee bisher schon deutlich langsamer waren – 14:00 Uhr Neuwaldeggsattel.

Die Strecke Leobner Hütte – Neuwaldeggsattel war mit 1,5h angeschrieben. Ich erhöhe wegen des Schnees auf 2h. Bedeutet: Aufbruch Leobner Hütte um 12:00 Uhr.

Wir besprechen diesen Plan gemeinsam und legen fest, dass wir in jedem Fall abbrechen, wenn wir nach 12:40 Uhr erst am Hirscheggsattel ankommen würden. Dies würde nämlich bedeuten, dass wir viel zu langsam wären um den neuen Plan überhaupt einhalten zu können.

 

Abbruch

Wir brechen auf und stemmen uns stellenweise buchstäblich gegen den Wind, der uns über die Bergkante mit beachtlicher Geschwindigkeit entgegenstürmt. Stellenweise ist so viel Schnee angeweht, dass wir bis zu den Knien einsinken.

Ausgeruht und im Wissen, dass wir bisher „zu langsam“ waren, gehen wir recht zügig bis zum Hirscheggsattel hinauf. Oben am Sattel tobt der Sturm erst richtig. Von der Zeit her sind wir nicht einmal in der Nähe der Abbruchbedingung.

Allerdings kann ich nicht sagen, ob der Sturm am Weg zur Frauenmauer hinüber abnimmt. Was ich jedoch weiß ist, dass der Weg nicht gut zu sehen sein wird und entlang der Griesmauer steile – und jetzt schneebedeckte, rutschige – Wiesen quert.

Eine kurze Umfrage – Daumen hoch: weiter, Daumen runter: zurück – ergibt, dass sich zwei der Teilnehmer bei diesen Bedingungen nicht mehr wohl fühlen. Einer ist unentschlossen. Da in einer solchen Situation nicht die Mehrheitsentscheidung den Ausschlag gibt, sondern für mich gewährleistet sein muss, dass sich jeder in oder nahe seiner Komfortzone befindet, entscheide ich, dass wir umkehren.

 

Rückweg

Wir kehren also wieder zur Leobner Hütte zurück und freuen uns über den eingeheizten Ofen.

Da wir jetzt viel Zeit bis zur Abfahrt des nächsten Buses haben, lassen wir es uns gut gehen: Essen, Trinken, einen Schneemann bauen. Was man halt so macht, wenn Schnee liegt.

Da ich ja die Durchschreitung der Frauenmauer versprochen habe, will ich wenigstens für etwas Ersatz sorgen. Rund um die Leobner Hütte, die ja früher ein Knappenhaus war, gibt es viele horizontal in den Polster getriebene Stollen. Einen davon besichtigen wir mit unseren Stirnlampen.

Als wir schließlich aufbrechen kommt sogar noch die Sonne heraus und wir genießen an einem Tag winterliche und herbstliche Bedingungen kurz aufeinanderfolgend!

Resümee

In der Nachbetrachtung sehe ich, dass wir fast annähernd dieselben Höhenmeter und die fast gleiche Horizontaldistanz zurückgelegt haben, wie zuerst geplant. Die Frauenmauerhöhle haben wir durch einen kleinen Stollen ersetzt.

Von diesen Eckdaten her, wäre also gar kein so großer Unterschied abzuleiten.

Der Unterschied liegt aber in den Köpfen: Einige Teilnehmer sprechen das Umdrehen beim Abstieg und auf der Heimfahrt an. Viele sind froh, dass wir umgedreht sind. Andere Teile der Gruppe wären sicher problemlos weitergegangen – auch ich war schon bei schlechteren Bedingungen unterwegs. Aber eben nicht alle. Für einige waren das die widrigsten Bedingungen, bei denen sie jemals unterwegs waren.

Alles in allem ein recht abwechslungsreicher Tag!

 

Noch ein kurzer Appel

Generell glaube ich, dass man sich selbst im Vorfeld, bzw. der Tourenplanung die Möglichkeit zu Alternativen geben sollte. Das beginnt damit, dass ich mir z.B. nicht nur eine Busabfahrt notieren, sondern mehrere mögliche. Oder dass ich mir überlege bis wohin ein Umdrehen Sinn macht und ab wo/wann ein Weitergehen kürzer ist.

Vor der Tour müssen diese Entscheidungspunkte kurz angesprochen werden, damit sie allen klar sind. In der Stresssituation vor Ort spart das die Diskussionen und beschleunigt das Auswählen einer Alternative.





Martin Heppner
Übungsleiter Bergwandern und Übungsleiter Schneeschuhwandern
Im Verein seit: 2012
Geboren und aufgewachsen in Klagenfurt, lebt jetzt in Wien

Im Frühjahr 2015 hat er sein Auto verkauft und ist seither mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Touren unterwegs. Darüber bloggt er beim Alpenverein Edelweiss.

In seiner Kindheit haben ihn seine Eltern oft in Kärnten, Slowenien und Italien zum Wandern mitgenommen. Durch den Abstand der Jahre verklärt, kann er sich nur mehr an die schönen Momente in den Bergen erinnern. Deshalb schleppt er jetzt seine eigenen Kinder ab und zu mit in die Wiener Hausberge.

Touren mit Martin Heppner

 

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